DON GIOVANNI



Salzburger Festspiele oper DON GIOVANNI

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Il dissoluto punito ossia Il Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten KV 527 (1787)

Libretto von Lorenzo Da Ponte

Neuinszenierung

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Don Giovanni - Salzburger Festspiele

Mozarts Don Giovanni wurde von Kierkegaard als Geist des sinnlichen Begehrens beschrieben, die „Inkarnation des Fleisches“. Sein Leben verwirklicht sich in reiner Immanenz, jenseits von Gut und Böse. Das macht ihn in hohem Grad gefährlich. Denn für Don Giovanni gelten keine Regeln sozialen Zusam­menlebens, er anerkennt kein Gesetz — sei es das Gesetz der Moral, des Rechts oder der Religion. Er begehrt auf gegen das Gesetz des Vaters. Obwohl er eine lodernde Energie darstellt, welche die Men­schen um ihn herum magnetisiert und in Bewegung setzt, isoliert Don Giovanni sich selbst radikal von der Gesellschaft (nicht ohne seinen privilegierten Status auszunutzen). In alles, was von ihm erfasst wird, bringt er Verwirrung, Chaos und Zerstörung. Der Tanz auf seinem Fest solle „ohne jede Ordnung“ sein, heißt es in der „Champagner-­Arie“, und Mozart nimmt Don Giovanni beim Wort: Durch die Überla­gerung verschiedener Tanzsätze kommt es im Finale des ersten Aktes für einen Moment sogar zum Zu­sammenbruch der musikalischen Struktur.
Der ursprüngliche Haupttitel der Oper nimmt in diesem Sinn tiefere Konnotationen an, denn das Wort „dissoluto“, das vordergründig einen aus­schweifenden Menschen meint, lässt seine etymo­logische Herkunft aus „dissolvere“ — „(auf)lösen“ — durchscheinen: In der Tat existiert Don Giovanni ge­löst von jeder Bindung an menschliche, geschweige denn höhere Ordnungen. Mehr noch, er ist jemand, der aktiv „auflöst“, der trennt und entzweit. Die In­troduktion der Oper endet — nach Don Giovannis Versuch, im Dunkel der Nacht Donna Anna zu ver­gewaltigen — mit der Tötung von deren Vater, dem Komtur. Erstmals wendet sich nun die Gesellschaft mit dem Ruf nach Rache gegen den Schuldigen, den Donna Anna bald identifiziert hat. „Bestraft“ — „punito“ — wird er jedoch wie schon in Tirso de Mo­linas katholischem Lehrstück El burlador de Sevilla y convidado de piedra, das die Geburt der Don-­Juan­-Figur im frühen 17. Jahrhundert markiert, nicht durch menschliche, sondern durch eine übernatürliche Macht: den als Statue zurückgekehrten Komtur, den „steinernen Gast“. Den Einbruch der Transzendenz wird nur derjenige als unverhältnismäßig empfinden, der in Don Giovanni bloß den schurkischen Ver­führer sieht, auf den Lorenzo Da Pontes Libretto ihn tendenziell reduziert. Mozart aber öffnet Abgründe, Dimensionen des Tragischen und des Anarchi­schen — vom allerersten Moment an: Der Beginn der Ouvertüre nimmt die Musik des „steinernen Gastes“ vorweg, jenen Dialog zwischen dem Komtur und Don Giovanni, „durch welchen auch der Nüch­ternste bis an die Grenzen menschlichen Vorstel­lens, ja über sie hinausgerissen wird, wo wir das Übersinnliche schauen und hören“ (Eduard Mörike in Mozart auf der Reise nach Prag).



Mitwirkende:

DIESE VORSTELLUNG IST NUR IN KOMBINATION MIT ANDEREN VORSTELLUNGEN IM RAHMEN DER SALZBURGER FESTSPIELE BUCHBAR!

Die Oper Don Giovanni findet im Großen Festspielhaus statt.

SITZPLAN


* Photo: Anton Zavyalov

TICKET - HOTLINE +43 662 82 58 58-16